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Abiturjahrgang 2026 am Wolfgang-Ernst-Gymnasium verabschiedet

Im Jubiläumsjahr des Wolfgang-Ernst-Gymnasiums Büdingen hat die Schule ihre Abiturientinnen und Abiturienten feierlich verabschiedet. Das Gymnasium, das 1601 von Graf Wolfgang-Ernst zu Ysenburg-Büdingen gegründet wurde und 2026 sein 425-jähriges Bestehen feiert, zählt heute zu den ältesten Gymnasien Deutschlands. Entsprechend stand die Entlassungsfeier nicht nur im Zeichen des erfolgreichen Schulabschlusses, sondern auch im Bewusstsein einer langen Bildungstradition.

Schulleiter Oliver Eissing und die stellvertretende Schulleiterin Dr. Ann Kimes griffen in ihrer gemeinsam gehaltenen Dialogrede diese Verbindung von Tradition und Gegenwart auf. Unter dem Leitgedanken „Non scholae, sed vitae discimus: Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“ erinnerte Eissing daran, dass mit dem Abitur nicht nur fachliches Wissen, sondern auch Urteilsfähigkeit, Verantwortung und Haltung verbunden seien. In den vergangenen Jahren hätten die Schülerinnen und Schüler sich mit Romantik und Revolution, Demokratie und Verantwortung, mit Kafka, Shakespeare, globalen Konflikten und ethischen Fragen auseinandergesetzt. Eissing und Kimes hoben besonders die vier Zukunftskompetenzen kritisches Denken, Kommunikation, Kreativität und Kollaboration hervor. Das diesjährige Abi-Motto „Cabino Royal – um jeden Punkt gepokert“ nahmen sie mit Humor auf. Eissing stellte klar: „Schule ist kein Casino.“ Kimes führte den Gedanken weiter: „Der Unterschied besteht nur darin, worauf man setzt.“ Nicht Zufall und Glück, sondern eigene Fähigkeiten, verlässliche Begleiter und Charakter seien entscheidend. Der größte Gewinn dieses Jahrgangs sei nicht erspielt, sondern erarbeitet worden. An die Abiturientinnen und Abiturienten gerichtet betonte das Schulleitungsteam: „Sie verlassen uns als mündige Bürger. Mischen Sie sich ein, nutzen Sie Ihr Wahlrecht und gestalten Sie diese Welt mit Respekt und Verstand.“

Für Studienleiter Thorsten Glock war die Feier zugleich ein persönlicher Moment. Der Jahrgang 2026 ist der erste Abiturjahrgang, den er als Oberstufenleiter durch das Abitur geführt hat. Zugleich kam Glock 2017 an das WEG, in jenem Jahr also, in dem die heutigen Absolventinnen und Absolventen als Fünftklässlerinnen und Fünftklässler eingeschult wurden. In seiner Rede erinnerte er an gemeinsame Stationen. „Seitdem haben wir viele Wege zusammen zurückgelegt“, sagte Glock. Nun stünden 80 erfolgreiche Abiturientinnen und Abiturienten vor ihm. Drei von ihnen erreichten die Traumnote 1,0, insgesamt elf Abschlüsse lagen bei einer Durchschnittsnote mit einer Eins vor dem Komma. Glock ermutigte den Jahrgang, neugierig zu bleiben, den eigenen Interessen zu folgen und neue Herausforderungen anzunehmen: „Die Welt ist groß und sie öffnet sich denen, die losgehen.“

Foto der Jahrgangsbesten: v.l.n.r. Leo Lorch, Felix Freitag, Stella Kammandel

Büdingens Bürgermeister Benjamin Harris betonte in seinem Grußwort, das Abitur sei nicht das Ende einer Geschichte, sondern der Beginn einer neuen Reise in ein stärker selbstbestimmtes Leben. Er rief die jungen Erwachsenen dazu auf, ihren eigenen Traum zu verfolgen und sich nicht entmutigen zu lassen: „Nicht jeder wird eure Träume verstehen. Entscheidend ist, immer wieder aufzustehen und weiterzugehen.“ Erste Stadträtin Katja Euler nahm die zunehmende Bedeutung Künstlicher Intelligenz in den Blick. KI sei ein Werkzeug, das künftig aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken sei, brauche aber kritisch denkende, kompetent urteilende Menschen. Zugleich warnte sie vor Vereinsamung und wachsendem Egoismus in einer hochdigitalisierten Welt. Freundschaften, Familie, Hobbys und gemeinsames Erleben seien kein Nebenschauplatz, sondern Grundlage eines tragenden sozialen Netzes und einer lebendigen Demokratie.

Stellvertretend für die fünf Tutorinnen und Tutoren Frieder Beck, Sandra Mertens, Daniela Staudenmaier, Sonja Trageser und Heiko Walter verabschiedeten Sonja Trageser und Frieder Beck den Jahrgang. Auch sie griffen das Motto „Cabino Royal“ auf, machten aber deutlich, dass die erreichten Leistungen nicht vom Zufall abhingen. Planung, Durchhaltevermögen, Willenskraft, Lernstrategien sowie die Unterstützung durch Freunde und Familie hätten den Weg zum Abitur getragen.

Besonders geehrt wurden die drei Abiturienten mit der Bestnote 1,0: Stella Kammandel, Felix Freitag und Leo Lorch. Felix Freitag und Leo Lorch erhielten ihre Ehrungen von Bürgermeister Benjamin Harris und Erster Stadträtin Katja Euler, für Stella Kammandel kam Ronneburgs Bürgermeisterin Bianca Finkernagel nach Büdingen. Alle drei erhielten zudem von der Schule einen goldenen „Wolfi“, eine besondere Ausfertigung des Schulmaskottchens. Weitere Sonderpreise würdigten Spitzenleistungen in einzelnen Fächern.

Auch die Fördergemeinschaft der Schule überbrachte ihre Glückwünsche. Die Vorsitzende Sabine Ebelshäuser sorgte für den feierlichen Schmuck der Willy-Zinnkann-Halle und Ramona Dörr verwies anhand der Lebensgeschichte der Sängerin Rihanna darauf, wie überraschend sich Lebenswege mit Motivation und Ausdauer entwickeln können. Allen Abiturientinnen und Abiturienten überreichte die Fördergemeinschaft eine Rose. Für die Schülervertretung sprachen Anton Behling, Carl Monceyron und Lara Orsiwskij. Sie bekannten, dass sie zu diesem Jahrgang immer ein Stück weit aufgeblickt hätten und nun selbst die Ältesten der Schülerschaft seien.

Den musikalischen Rahmen gestalteten Lehrkräfte der Schule: Philip Kapala am Klavier sowie Alina Hopp, Dorothee Schneider und Fabian Just mit einem Beitrag aus dem Musical „Wicked“. So verband die Feier Rückblick, Würdigung und Aufbruch im Sinne des Schulmottos „Confidentia in futurum“: mit Zuversicht in die Zukunft.

Ihr Abitur haben abgelegt: Caroline Ahlers, Salvina Bahiratharaj, Selma Barak, Leona Beitz, Marie Bender, Lena Bielich, Justus Bittner, Marie Brower, Sude Ceribas, Marlene Dedecke, Clemens Drescher, Alina Dyck, Sofiya Falk, Felix Freitag, Fabienne Friedrich, Felix Gerlach, Anna Gleim, Karina Glor, Leonie Güttler, Mathis Hacket, Leila Haus, Laurin Heilemann, Emil Hergenröder, Charlotte Holzhauer, Johanna Holzhauer, Salomé Huck, Stella Kammandel, Tom Kaufmann, Katharina Kessler, Julia Klaus, Ioanna Klein, Hannah Knapp, Emil Knoll, Tom Kohlstetter, Joyce Koplin, Tristan Kötter, Emily Krieg, Kumari Kurra, Annika Lampas, Hoang Le, Daniel Lein, Joshua Leo, Leo Lorch, Ole Lötzbeyer, Jonas Lutz, Emilia Marić, Sarah Marx, Maurice Mäser, Emma Meister-Weidmann, Jonathan Morasch, Alea-Julie Neis, Jana Neun, Finn Peuker, Melina Pöhnl, Claas Preul, Laura Reuter, Finn Sauer, Noah Schäfer, Felix Schalies, Laura Schlentzek, Tara Schmidt, Justus Schröder, Steven Schulz, Laura Skopp, Jonas Stubenrauch, Jonas Stuckmann, Wiktoria Szczęśniak, Luis Tauscher, Lea Thiem, Milan Triebel, Malin Ungermann, Marco Vulcano, Luis Weinel, Marie-Louise Weißling, Thea Welz, Marie Wiegand, Lea Wilde, Emilie Wyrwoll, Alexandros-Georgios Zamarias, Aurelia Zielen

Ehrungen für außerordentliche Leistungen in den einzelnen Fächern:

Sprachen und Künste

Felix Gerlach, Caroline Ahlers, Musik

Tristan Kötter, Stella Kammandel, Deutsch

Gesellschaftswissenschaften

Tara Marie Schmidt, Milan Triebel, Geografie

Leona Beitz, Hannah Knapp, Geschichte

Stella Kammandel, Wirtschaftswissenschaften

Mathematik

DMV Abiturpreis:

Die Deutsche Mathematiker Vereinigung verleiht den DMV (Deutsche Mathematiker Vereinigung): Leo Lorch

Dr. Herbert Wächter Preis:

Julia Klaus und Felix Freitag (Leistungskurs)

Stella Kammandel und Finn Sauer (Grundkurs)

Biologie

Der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland e.V. (VBIO) verleiht den Karl-von-Frisch-Preis: Stella Kammandel

Besonderheit: Verleihung am 27.06.2026 in Marburg

Chemie

Die Gesellschaft Deutsch Chemiker e.V. verleiht den Abiturpreis in Chemie:

Leo Lorch, Felix Freitag und Julia Klaus

Physik

Die Deutsche physikalische Gesellschaft e.V. verleiht den DPG Abiturpreis in Physik:

Stella Kammendel und Leo Lorch

Informatik

Die Gesellschaft für Informatik verleiht den Abiturpreis im Fach Informatik:

Daniel Lein, Hoang Giang Le und Jonas Stubenrauch


Confidentia in futurum