Im Jahr 1961 setzte sich „Amnesty International“ erstmals für die Freilassung von sechs politischen Gefangenen ein, die aufgrund ihrer politischen Überzeugungen verfolgt und inhaftiert worden waren. Aus diesem solidarischen Engagement des britischen Anwalts Peter Benenson, der seinen Appell The Forgotten Prisoners in mehr als 30 großen Zeitungen veröffentlichte, entstand „Amnesty International“. Heute ist die Organisation eine weltweit tätige Gefangenenhilfs- und Menschenrechtsorganisation mit über zehn Millionen Mitgliedern.
Eine zentrale Grundlage der Arbeit von „Amnesty International“ bildet die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, insbesondere die Artikel 18 und 19. Für deren Einhaltung setzt sich die Organisation mit vielfältigen Mitteln ein. Finanziert wird ihre Arbeit ausschließlich durch Spenden. Dabei nutzt „Amnesty International“ vor allem ein wirkungsvolles Instrument: Öffentlichkeit. Wichtig ist dabei, was die Organisation nicht ist: eine Regierungsorganisation. Sie arbeitet unabhängig von politischen Parteien, Religionen, wirtschaftlichen Interessen oder anderen Ideologien.
In der Zentrale in London laufen Informationen aus aller Welt zusammen. Dort werden Fälle politischer Gefangener recherchiert und die Ergebnisse an die Mitglieder weitergegeben. Auf dieser Grundlage entstehen unter anderem sogenannte „Urgent Actions“. Durch Briefe und Schreiben an Regierungen und Institutionen wird international Aufmerksamkeit erzeugt und politischer Druck ausgeübt – häufig mit Erfolg.
Ein persönlicher Brief eines ehemaligen politischen Gefangenen, der durch das Engagement von „Amnesty International“ freigelassen wurde, bestärkte Herrn Karalus, Gruppensprecher der Ortsgruppe Gelnhausen, in seinem Einsatz. Wiederkehrende Aktionen wie „Vergessene Gefangene“ oder der „Briefmarathon“ verdeutlichen ihm immer wieder, wie wirkungsvoll ehrenamtliches Engagement sein kann.
Die beiden Referenten, Herr Karalus und Herr Passmann, waren beide als Lehrer tätig und engagieren sich bis heute aktiv für den Schutz der Menschenrechte. Im zweiwöchentlichen Rhythmus trifft sich die Ortsgruppe, um aktuelle Themen zu besprechen, neue Petitionen vorzubereiten sowie Vorträge und Informationsveranstaltungen zu organisieren.
„Eine Gesellschaft, in der jeder seine Meinung frei äußern kann“, sei eine Gesellschaft, in der er gerne leben möchte, erklärte Herr Karalus. Diese Überzeugung motiviere ihn immer wieder zu seinem ehrenamtlichen Einsatz. Gemeinsam mit Herrn Passmann stellte er das Wirken von „Amnesty International“ als aktiven Beitrag gegen antidemokratische Entwicklungen dar und appellierte an die Bedeutung der Beteiligung jedes Einzelnen.
Caroline Ahlers (Q3)





