Die Menstruation ist ein normaler, biologischer Prozess des Körpers, der jedoch bei vielen Mädchen und Frauen zu Schamgefühlen und Stress führt. Das Level der Hormone, die für die Steuerung der Menstruation zuständig sind, verändert sich während des gesamten Menstruationszyklus ständig. Das kann Auswirkungen auf die Stimmung, die Konzentrationsfähigkeit, das allgemeine Wohlbefinden, die sportliche Leistungsfähigkeit und vieles mehr haben.
Neben körperlichen Beschwerden, können Gedanken wie ,,Ohje, in den nächsten Tagen könnte ich meine Periode bekommen, was ziehe ich bloß an, damit man im Notfall keinen Fleck sieht!“ oder ,,Verdammt, ausgerechnet heute habe ich kein Tampon dabei! Ich traue mich aber nicht jemanden danach zu fragen!“ ein starkes Unbehagen bei Mädchen und Frauen auslösen.
Besonders die erste Periode kann Mädchen unerwartet treffen, zudem kommt sie in den ersten Monaten besonders unregelmäßig, was eine Vorbereitung darauf erschwert. Für solche Fälle sind kostenlose, frei zugängliche Periodenprodukte essenziell.
Des Weiteren ist das Wissen über die Vorgänge im Körper und die offene Kommunikation darüber in der Gesellschaft oft noch unzureichend und daher mit Scham besetzt.
Die Menstruation bringt demnach eine ganze Reihe an Herausforderungen für Mädchen und Frauen mit sich.
Damit die Schülerinnen des WEG sich nicht belastet fühlen durch eine mögliche Angst unvorbereitet zu sein oder nicht genug Ersatzartikel dabei zu haben, sind nun in allen Mädchentoilettenräumen Tampon- und Bindenspender installiert. Dieses Angebot wurde von unserer Schulsozialarbeit maßgeblich initiiert und in enger Zusammenarbeit mit der Schulleitung umgesetzt. Die Finanzierung der Spender konnte mit Hilfe des IB Büdingen im Rahmen des „Mental Health Coaches“ und einer großzügigen Spende von 500 Euro der VR Bank Main-Kinzig-Büdingen realisiert werden.
An dieser Stelle möchten wir uns nochmal ausdrücklich für diese Unterstützung bedanken!
Die Bereitstellung kostenloser Menstruationsprodukte ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Gleichberechtigung und einer offenen, unterstützenden Schulkultur.
An vielen Unis und vornehmlich städtischen Schulen werden Periodenprodukte bereits seit Längerem kostenfrei zur Verfügung gestellt, dieses Angebot bleibt jedoch bisher in der Verantwortung der Städte und Kommunen, weshalb leider noch keine flächendeckende Umsetzung realisiert wurde.
Am WEG möchten wir nicht warten, sondern einen ersten Schritt gehen.
Neben unseren Spendern befinden sich kurze Informationstafeln für die Schülerinnen, diese verweisen unter anderem auf einen verantwortungsvollen Umgang mit den zur Verfügung gestellten Artikeln.
Wir möchten daher auch hier nochmal darauf hinweisen, dass diese Produkte für den akuten Bedarfsfall in der Schule vorgesehen sind. Das Mitnehmen eigener Artikel muss jedoch vorrangig bleiben, solange die Bereitstellung weiterhin auf dem Engagement und der Freiwilligkeit einzelner Schulen und Personen basiert.

Yvonne Schröck, Schulsozialarbeit